Serie Sondermodelle, Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Faserplatte, Stahlrahmen, je 20cm x 30cm, 2026
Serie Sondermodelle, Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Faserplatte, Stahlrahmen, je 20cm x 30cm, 2026
Genesis (VW Polo 2b/Golf Cabrio), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Faserplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
California (VW T3), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Faserplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
Steffi Special (Opel Corsa A), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Faserplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
Italia ´90 (Fiat Panda), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Fastplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
Bon Jovi (VW Golf III), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Fastplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
Genesis (VW Polo 2b/Golf Cabrio), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Fastplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
Belami (VW Polo 2), Handstickerei auf Baumwollstoff, aufgezogen auf Fastplatte, Stahlrahmen, 20cm x 30cm, 2026
Schon zum Ende der 1970er Jahre gab es sie vereinzelt. Ihren großen Siegeszug feierten sie allerdings erst gegen Ende der 1980er Jahre: Sondermodelle von Autos. Manchmal sind es mehr oder minder nur die Basismodelle, ergänzt durch optische Aufwertungen oder Verzierungen, manchmal werden hingegen sogar Kleinwagen von der Stange durch Wurzelholzapplikationen, helles Leder oder rote Sicherheitsgurte aufgewertet, wodurch sie exklusiver wurden.
Ihre Namensgebungen und Designs sind immer auch Ausdruck des jeweiligen Zeitgeists: Zeugen die Sondermodelle "Manhattan", "Boston" oder "Memphis" des VW Golf Ende der 1980er Jahre von der Sehnsucht nach dem verheißungsvollen Land der unbegrenzten Möglichkeiten, zeugt das Modell "Steffi Spezial" des Opel Corsa, dessen Namensgeberin und Werbefigur Steffi Graf war, vom Tennistrend um 1990. In Anlehnung an die ebenfalls im Trend liegende Tenniskleidung hatte der Kleinwagen eine weiße Lackierung und sportliche weiße Sitze. In den 1990er Jahren wurden die Anleihen der Automobilindustrie bei der Populärkultur noch deutlicher: VW verzierte die Modelle Golf und Polo mit den Bandnamen "Bon Jovi", "Rolling Stones" und "Genesis". Der Polo "Harlekin" sollte eigentlich nur als Werbegag auf Messen die verschiedenen Lackfarben präsentieren, wurde im bunten Jahrzehnt aber schnell zum marktreifen und auch beliebtem Sondermodell.
Diesem mannigfaltigen Angebot nimmt sich Peter Liptau in seiner bekannten archäologischen Herangegehensweise an: Die Logos der Sondermodelle werden von Hand auf Stoffe gestickt, die den Farben der originalen Lacke nachempfunden sind. Die so gar nicht technisch wirkenden Stoffe werden nun auf Platten gespannt und in extra dafür hergestellte massive, unbehandelte Stahlrahmen montiert, um die Verbindung zum Technischen herzustellen.
Die Serie trifft durch den Materialwechsel von (männlich konotiertem) Autoblech zum (oft weiblich konnotierten) Textil auch Aussagen über Zeit und Wert. Denn ein Auto sollte ursprünglich langlebig und haltbar sein. Die trendigen Sondermodelle laufen aber genau diesem Anspruch zuwider: Bei Textilien verhält es sich ähnlich, denn die Fast Fashion der Gegenwart und die schnell abwechselnden Moden sind kurzlebig. Liptau begegnet diesem Umstand mit der zeitaufwendigen Handarbeit, die den schnelllebigen Trends mit Wertschätzung und Langlebigkeit begegnet.